Vor- und Frühgeschichte
Die Abteilung „Vor- und Frühgeschichte“ zeigt Funde aus der Jungsteinzeit bis zur Latènezeit. Außergewöhnlich in Dichte, Fülle und Darbietung sind die archäologischen Funde, beginnend mit der Steinzeit und endend mit den Kelten, Römern und Alemannen.
Aus Kahl, Hörstein, Kleinostheim, Großwelzheim und Dettingen stammen die Exponate, vom Steinbeil und Schaber bis zu dekorativen Schalen und Krügen aus der Urnenfeldzeit.
Das Konzept legt Wert darauf, im Vergleich der Werkzeuge und Tongefäße, des Schmuckes und der Waffen den kulturellen Wandel und die mit Verarbeitung von Kupfer und Zinn zu Bronze verbundene gesellschaftliche Differenzierung erläutern zu können.
Einmalig in Unterfranken: Die „Gräberstraße“
Die „Gräberstraße“ mit der Darstellung von vor- und frühgeschichtlichen Grabsituationen. Von der Bronzezeit (ca. 1300 bis 750 vor Christus) spannt sich der Bogen. Dabei sieht man Grabquerschnitte und Grabbeigaben. So gewinnt man Einblicke in das kultische und religiöse Denken vergangener Zeiten.
Zeitzeugen der Vor- und Frühgeschichte
Bodendenkmäler in Karlstein am Main und Umgebung
Von Barbara Allame, 1. Mai 2026
Archäologische Ausgrabungsstätten sind Bodendenkmäler und damit wichtige Quellen für die Wissenschaft und Teil unseres kulturellen Erbes. Wird eine Entdeckung dem Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege gemeldet, wird sie untersucht, schriftlich festgehalten und mit eine Bodendenkmalnummer versehen. Überreste menschlicher Aktivitäten aus vergangenen Epochen, wie Befestigungsanlagen, Siedlungen, Gräber und andere im Boden verborgene Hinweise, sind sozusagen archäologische Archive, die Einblicke in die Geschichte ermöglichen, und werden gemäß den Denkmalschutzgesetzen der Länder geschützt.
Man unterscheidet zwischen unbeweglichen Bodendenkmälern (z.B. Wallanlagen, Hügelgräber, Fundamente) und beweglichen Bodendenkmälern (z.B. Werkzeuge, Waffen, Münzen, menschliche Überreste).

(Funde aus der Welzheimer Str., Karlstein a. M.)
Oft kommen diese Entdeckungen durch Bauarbeiten zu Tage und können dann erforscht werden. Besitzer von Grundstücken mit Bodendenkmälern müssen diese vor Zerstörung schützen und bei Eingriffen (z.B. Bauvorhaben) die Behörden informieren. Gemäß den Daten aus der Denkmalliste des Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege aus den Geobasisdaten der Bayerische Vermessungsverwaltung 2023 sogenannter Denkmalatlas, sind für den Ortsteil Dettingen 7 und dem Ortsteil Großwelzheim 3 Bodendenkmäler für Karlstein eingetragen.

(Bodendenkmäler Auszug aus der Denkmalliste – Stand 23.11.2023 © Denkmalkartierung BLFD Stand Dezember 2023)
Bereits seit 1936 wurden Funde gemacht und durch Grabungen nachqualifiziert. Zeitlich betrachtet, konnten in Karlstein über alle Epochen hinweg Siedlungspuren nachgewiesen werden. Schon Zeugnisse der Steinzeit, der Bronzezeit, der Römerzeit und Germanenzeit bis hin zum Mittelalter konnten geborgen werden. Eine genaue Übersicht über die Bodendenkmäler in Karlstein kann unser Heimatmuseum liefern. Zahlreiche Funde können dort bewundert werden und wer möchte kann noch viel mehr darüber erfahren. Sprechen Sie uns gerne an und tauchen Sie ein, in die Geschichte vor unserer Zeit.

(Funde aus der Auenstr., Karlstein a. M.)

