Geologische Abteilung

Hier werden in den Räumen im Keller Gesteine, Mineralien, Fossilien, Meteorite und brennbare Gesteine wie Torf und Braunkohle aus. Derzeit sind es etwa 500 Proben aus der Natur. Dazu Produkte, die aus den Steinen hergestellt werden: Wasserbausteine, Ziegel, Keramiken, Schotter, Schmuck usw. Aber auch Saharastaub, fossiles Holz, Erze, Gesteine, Konkretionen, usw. Selbst Nieren- und Speichelsteine sind in den Vitrinen zu sehen. Alle Ausstellungsstücke sind beschriftet. Zusätzliche Information sind auf Tafeln an der Wand und in den Vitrinen aufgehängt.

Der Schwerpunkt bilden Proben aus der Umgebung von Karlstein, dazu weitere aus dem Spessart und als Ergänzung dann auch Exponate, die man für eine Erklärung von meschlichen Produkten benötigt:
Als Beispiel möge der Bleistift dienen: Der Ton für die Mine kam aus dem Tonbergwerk in Klingenberg und der Graphit aus Kropfmühl bei Passau. Viel Graphit erbringt eine weiche Mine (z. B. „B“), viel Ton eine harte (z. B. „H4“). Oder ein Küchenmesser aus einer Kantine (Kernforschungszentrum Karlsruhe) aus einem Chrom-Nickel-Stahl, hergestellt aus den Erzen Hämatit (Eisen), Chromit (Chrom) und Nickelin (Nickel).

Steine zum Befühlen
  • In einer Vitrine werden Mineralien und Produkte ausgestellt, die einst im Versuchsatomkraftwerk Kahl in Großwelzheim Verwendung fanden. Dazu gehört das Mineral Zirkon in roher und geschliffener Form (Edelstein) für die Herstellung der Hüllrohre aus einer Zirkonium-Legierung und Uraninit („Pechblende“) als „Brennstoff“ zum Betrieb. Auch zeigen wir fluoreszierendes Uranglas und Uranmineralien aus dem Spessart.
  • Eine Vitrine zeigt fossiles Holz aus der Umgebung von Karlstein wie der Wetterau, Rhön, dem fränkischen Raum, vom Untermain und auch z. B. aus Alzenau. Auch fossile Hölzer aus ganz verschieden Mineralien wie Opal, Apatit, Goethit usw.
  • Eine andere Vitrine ist angefüllt mit sehr verschieden farbigen Mineralien. Dabei stechen besonders der blaue Azurit und der grüne Malachit hervor. Metallisch glänzend sind die Kupfersulfide und Kupferarsenide, oft vertreten aus Proben von überall her.
  • Gerölle des Mains in seinen Schottern bestehen aus den Gesteinen und Mineralien des Einzugesgebiet. Aber es fehlen dabei einige Gesteine wie z. B Gips, Marmor, Löss, usw., die deshalb nicht enthalten sind, weil diese so weich sind, dass sie nach kurzer Zeit zerrieben oder/und aufgelöst werden. Stücke von Eisdriftblöcken ergänzen den Umfang.
  • Auch die vulkanischen Gesteine von Alzenau/Kahl (basaltischer Andesit als „Untermain-Trapp“), Kleinostheim (Phonolith), Mainschaff (Olivin-Nephelinit), Sailauf (Rhyolith) usw. werden gezeigt.
    Hinzu gefügt werden konnte eine vulkanische Bombe des weltberühmten Vulkans Krakatau zwischen Sumatra und Java in Indonesien, der am 27.08.1883 einen epochalen Ausbruch hatte; der Knall der Explosion war 4.000 km weit zu hören!
  • Der Spessart besteht in seinem Untergrund aus den kristallinen Gesteinen wie Quarzit, Glimmerschiefer, Gneise, Amphibolite, Marmor, Diorit, usw. Diese sind ebenfalls mit typischen Stücken vertreten. Da dieser kristalliner Untergrund in weiten Flächen von jungen Sediment-Gesteinen verhüllt sind, haben wir auch solche Gesteine wie Sandstein, Kalkstein, Dolomit, Tonsteine und Löss in den Vitrinen.
  • Einen breiten Raum nehmen Produkte ein, die aus den oben angeführten natürlichen Vorkommen hergestellt werden bzw. wurden: Ziegel, Kalksandsteine, Wasserbausteine, …
  • Verbreitet wird angenommen, dass Steine auch wachsen können. Dies gibt es tatsächlich, sie heißen Konkretionen. Als Ortstein sind sie weit verbreitet. Sogar in Lebewesen wachsen Steine, die meist wenig willkommen sind: Nierensteine, Speichelsteine.
  • In den Spaltenzonen des Spessarts bildeten sich aus warmen Wässern Wertstoffe wie Erze, die eine Grundlage für einen Bergbau waren. Besonders der Schwerspat (Baryt) machte den Spessart bekannt und er war als „Weißes Gold“ geschätzt.
  • Im Spessart ist das wenig geschätzte Element Arsen weit verbreitet. Dazu auch Wertmetalle wie Silber, Blei, Kupfer und Zink. Lokal kommen Kobalt, Nickel und Bismut hinzu. Diese Metalle wurden ein einem bescheidenen Bergbau über eine längere Zeit und sehr mühevoll gewonnen.
  • In sehr bescheidenem Umfang zeigen wir rohe Edelsteine, aber auch Repliken von Edelmetallen und auch synthetische Edelsteine. Ergänzt wird die Auslage durch ein paar Meteoriten und das Impaktgestein Suevit aus dem Ries bei Nördlingen.
  • Ein Tisch ist mit großen Steinen belegt, die man begreifen kann; d. h. man spürt die Oberfläche, das Gewicht, kann von allen Seiten schauen und staunen, was es bei uns in nächster Umgebung alles vorkommt: Zum Beispiel ein gefalteter Quarzit aus Wasserlos.

Bringen Sie Zeit mit, um die Ausstellung anzuschauen. Es ist das Beste, was es zwischen Würzburg und Frankfurt diesbezüglich zu sehen gibt. Das das Museum lebt, kommen immer neu Exponate hinzu und in einigen Vitrinen wechseln wir die Inhalte unregelmäßig, so dass es immer etwas neues zu entdecken gibt.

Auf Wunsch gibt es Themenführungen und Vorträge.

Vitrine mit Porphyren

Gegenwärtig zeigen wir porphyrische Gesteine (Foto oben), die von der römischen Antike bis ins Mittelalter sehr geschätzt wurden und heute besonders in römischen Ruinen und in mittelalterlichen Kirchen zu sehen sind.

Phonolith-Bruchstück auf dem Rasen vor dem Museum

Phonolith


Auf dem Rasen vor dem Museum liegt seit März 2025 ein etwa 1 t schwerer Phonolith (Alter etwa 55 Millionen Jahre) aus dem historisch bekannten Vorkommen im Lindig zwischen Kleinostheim und Dettingen, heute überbaut von der Waldstadt (Hörsteiner Str. 105). Das Gesteinsvorkommen vulkanischen Ursprungs war 1839/40 entdeckt worden (es bestand ein Steinbruch zur Schottergewinnung) und wurde seit dem späten 19. Jahrhundert nicht mehr gefunden. Erst im Frühjahr 2025 gelang die Wiederentdeckung.

Der Stein hier ist ein Stück eines Eisdriftblocks aus der Kiesgrube Volz in Kahl, der als Gedenkstein etwa 40 Jahre am Anglerheim in Dettingen stand. Es handelt sich nachweislich um einen Felsen aus dem Vorkommen von Kleinostheim, der mit dem Eis des Mains während der letzten Kaltzeit nach Kahl verfrachtet wurde. Mit der Erweiterung des Anglerheims wurde der Stein zerlegt und das größte Stück liegt hier. Ein weiteres Stück wird in Kleinostheim aufgestellt und eine Platte befindet sich im Deutschen Natursteinarchiv (DNSA) in Wunsiedel.

Inzwischen wurde ein weiterer Eisdriftblock des gleichen Phonoliths bekannt, der sich auf einem Gartengelände befindet.

Erläuterungstafeln

Zur Vertiefung der Erläuterungen an den Ausstellungstücken hängen Tafeln an den Wänden, die zusätzliche und übergreifende Informationen zu Themen im Spessart geben: