Denkmäler in Karlstein:
Foto oben: Der Rote Engländer am Wasserwerk sucht in der Nacht nach der Kriegskasse ….
Klassische Denkmäler, Brunnen, Steine, Stelen, Bronzeplaketten, Bildstöcke, usw. Gezeigt wird ein Foto, die Lage, das Jahr oder Zeitraum des Errichtens und Erläuterungen zum Denkmal1, soweit dies bekannt ist:
| Denkmal | Lage | erbaut | Erläuterungen |
|---|---|---|---|
![]() | Verkehrsinsel Schulstr., Birkenstr., Hugo-Dümler-Str. und Händelstr. | 1980 | Der Hedwig-Wöhrl-Bunnen erinnert an Hedwig Wöhrl (*4.2.1886 in Dettingen am Main †6.12.1964 in Schweinfurt), die Mutter von Rudolf Wöhrl (*1.8.1913 in Dettingen †18.1.2010 in Nürnberg), dem Ehrenbürger und Mäzen der Gemeinde Karlstein a. Main. Die runden Sandstein-Scheiben symbolisieren Knöpfe, das Markenzeichen der Rudolf Wöhrl AG, einem der Branchenführer im Mode- und Bekleidungsgeschäft in Süddeutschland. |
![]() | Schulstr. 30, vor der Turnhalle | um 1920? | Die Büste aus lokalem Granit wurde in Graslitz hergestellt, zeigt Franz Xaver Gabelsberger (*9.2.1789 in München, †4.1.1849 in München), dem Erfinder des Vorläufers der deutschen Einheitskurzschrift. Das Denkmal wurde 2003 hier aufgestellt, da es in Dettingen einst einen, 1924 gegründeten, Stenographenverein gab. |
![]() | Dominikus-Böhm-Platz gegenüber der katholischen Kirche an der Ecke Schulstr./Luitpoldstr. | 1999 | Sandstein-Stele vom Bildhauer Martin Stein zum Gedenken an Dominikus Böhm (*23.10.1880 †06.08.1955), dem Architekten der nebenan stehenden Kirche St. Peter und Paul. |
![]() | Am Wasserwerk zwischen Hörstein und Kleinostheim | 1969 | Anton Günther (*5.6.1876 †29.4.1937) ist der wohl bekannteste Heimatdichter und Sänger des Erzgebirges. Sein Lebenswerk umfasst außer zahlreichen Gedichten und Sprüchen etwa 140 Lieder. Der tonnenschwere Fels besteht aus Diorit und stammt aus dem Steinbruch der damaligen Fa. Höllein am Stengerts bei Schweinheim. Das Gestein ist sehr hart und ungemein frostbeständig. Das Denkmal wurde vom Heimatverband der Graslitzer errichten lassen. |
![]() | Ecke Bahnhofstr. / Hahnenkammstr. | 2002 | Denkmal zum 100jährigen Bestehen des Eisenbahnvereins Dettingen am Main, gegründet 1902. Die Stele ist ein glimmerhaltiger Sandstein aus dem Oberen Buntsandstein. Die Schienen und der Radsatz sollen an die Eisenbahn erinnern, die bereits 1854 hier errichtet wurde und uns mit dem Rest von Deutschland verband. |
![]() | Friedhof in Dettingen (Karlstein a. Main) | 1775 | Das Kreuz aus Heigenbrückener Sandstein wurde mehrfach (zuletzt 1985) mit verschiedenen Sandsteinen restauriert (der Korpus aus Miltenberger Sandstein) und die Frontplatte vom vom Steinmetzbetrieb Peter Seydel aus Großkrotzenburg ausgetauscht. Es stand als Wingerts- oder Dorfkreuz ursprünglich an der Ecke Hahnenkammstr./Hanauer Landstr (siehe Karlsteiner Geschichtsblätter 15, S. 76). Die ältesten Teile sind typisch zernarbt (siehe Karlsteiner Geschichtsblätter 12, S. 16). Das Denkmal wurde durch einen Unfall im Jahr 1925 beschädigt; die Bruchstücke wurden 1927 auf dem neu angelegten Friedhof im Bornfeld wieder aufgebaut. |
![]() | neben dem Wasserwerk; die Bezeichnung für den Ort ist „An der Grotte“ | 1950/51 | Am Rande des Dettinger Gemeindewaldes wurde 1950/51 von der Gruppe Hubertus der Stammesjugend im Bunde der Deutschen Katholischen Jugend die Mariengrotte errichtet. Sie besteht aus weißem Quarz, die als markante Lesesteine in der Umgebung vorkommen (siehe Karlsteiner Geschichtsblätter 12, S. 14). |
![]() | Karlsplatz neben der alten Kirche St. Hippolyt | 1975 | Der in London lebende Hofkomponist Georg Friedrich Händel (*23.2.1685 †14.4.1759) komponierte in nur 4 Monaten das Dettinger Te Deum, so dass es im November 1743 in Gegenwart des englischen Königs Georg II. uraufgeführt werden konnte. Der Gesteinblock besteht aus einem Muskovit-Biotit-Gneis („Goldbacher Gneis“) des Rotgneis-Komplexes im Spessart (siehe Karlsteiner Geschichtsblätter 12, S. 9). |
![]() | Mainufer unterhalb des Rathauses | 1975 | Gedenkstein zu Karlstein mit einer Bronzeplakette zur Erinnerung an die Fusion und Namensgebung an die Maingemeinden Dettingen und Großwelzheim. Das schlicht gemauerte Denkmal besteht aus fremdem Granit, aber auch aus Biotit-Gneis und Diorit aus dem Spessart. |
![]() | An der Hanauer Landstr. am Rathaus bzw. der Bibliothek | um 980? | Grenzstein (Kopie – das Original steht am Rathauseingang) am der Grenze zwischen Dettingen und Großwelzheim, aber früher gegen die Ossenheimer Mark. Der etwa 250 kg schwere Sandstein ragt nur etwa 20 cm aus dem Boden und ist als „Karlstein“ in die Geschichte eingegangen, in dem er der Namengeber für die gleichnamige Gemeinde ist. Er wurde nach einem Hinweis von Edwin Hussi(†) im Januar 2002 wieder gefunden. Rechts daneben steht ein Grenzstein mit dem Mainzer Rad. |
![]() | Brunnen im Rathaushof | 1990 | Der mit Kalk überkrustete Felsblock besteht aus Rhyolith und stammt aus dem Steinbruch der Hartkoppe bei Sailauf. Er ist innen durchbohrt und fungiert als Brunnen. |
![]() | Karlsplatz | 2009 | Das Kunstwerk, welches den Thron Karls des Großen (*2.4.747? †28.1.814) im Dom von Aachen nachempfinden soll. Das Kunstwerk wurde aus dem weißen geschliffenem Jura-Kalkstein (z. B. aus Treuchltlingen) und einem blauen, unterkarbonischen Kalkstein aus Belgien (Handelsname „Belgisch Granit“ aus dem Hennegau erbaut. Eingekerbt ist auch am Boden ein antikes Mühlespiel. |
![]() | Rechte Maingasse am Mainufer | 1985 | Religiöser Bildstock mit überdachtem Holzkreuz aus einem gemauerten Sandstein-Sockel, in dem eine Bronzeplakette eingelassen ist: „Kommst´ du nach Dettingen so wisse, dass das Kreuz unser Zeichen ist. Im Jahre des Herrn 1985“. Im Sockel sind beiderseits Wappen aus Sandstein eingemauert. Den Korpus stifete Alois Hommrich(†) und die Holzarbeiten schuf Emil Hofmann aus Dettingen. |
![]() | Karlsplatz, vor der Kirche St. Hippolyt | ? | Bronzeplakette auf einem Betonsockel in Erinnerung an Adam Werner, der am 26. März 1945 wegen seiner Aufforderung zur Kapitulation, angesichts vorrückender US-Truppen von einem Wehrmachtssoldaten in der Kirchgasse schwer verletzt wurde. |
![]() | Am Wasserwerk in den Pfaffenwiesen | 2018 | Denkmal in des Roten Engländers, der nachts in Form eines Geistes die Kriegskasse der Schlacht bei Dettingen am 27.6.1743 sucht. Das aus einer Stahlblechplatte erbaute Denkmal wurde von Grafik-Künstler Sven Biller gestaltet und auf Initiative von Franz Biller mit einer Bank aufgestellt. Der Blick erstreckt sich von der Bank in die Paffenwiesen, der sumpfige Rest einer abgeschnittenen Mainschlinge. Die Entwässerung erfolgte 1950, als man im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme den Haaggraben um etwa 3 m tiefer legte, auch um Ackerland zu schaffen. |
![]() | Etwas versteckt an der Frankenstraße am Waldrand, wo ein Waldweg nach Kleinostheim abzweigt | 1981 | Etwa 5 t schwerer Felsblock eines Orthogneises mit dem Dettinger Kreuz in Bronze und der bronzenen Aufschrift: „Haltet Frieden Schlacht bei Dettingen 27. Juni 1743″, eingeweiht mit Helmut Winter am 27.06.1981. Nach neuen Forschungen steht das Denkmal am nördlichen Rand des Schlachtfelds. |
![]() | Ecke Schulstr. / Hahnenkammstr., vor dem Museum | 1926 | In der Mitte des Rasens steht das Kriegerdenkmal für die 33 Gefallenen des 1. Weltkriegs; und später auch des 2. Weltkriegs. Zwischen 1965 und 1975 wurden die zweispaltige Liste der Namen der Gefallenen entfernt (die alte Platte befindet sich auch nicht unter der neuen Platte) und das heutige Bild hergestellt, wie ältere Fotos zeigen. Eine Liste der Gefallenen beider Kriege hängt an der Aussegnungshalle auf dem Friedhof in Dettingen. Das Denkmal besteht im Kern aus Beton und ist auf 3 Seiten mit Platten aus einem Muskovit-Biotit-Gneis verkleidet. Die Frauenskulptur oben, mit dem Helm daneben, besteht sehr wahrscheinlich aus einem vulkanischen (porenreichen) Gestein (Basalt?). |
![]() | Am Ende des Mühlwegs neben der Umgehungsstr. | 2025 | Skulptur aus unbeschichtetem Stahlblech: Eine Kipplore mit 2 Arbeitern, die den Abraum des Braunkohletagebaues der Zeche Gustav in die Lore schaufelten und damit die große Halde (im Volksmund „Kipp“ genannt, weil man hier Lockergesteine abgekippt hat. |
![]() | Zwischen des B8 und dem Radweg nach Kleinostheim gegenüber der Lindighalle | 1889 | Die aus Ziegelsteinen erbaute Kapelle wurde aus Dankbarkeit und zur Ehre der Gottesmutter von den Dettinger Eheleuten Christoph und Klara Heuser errichtet, wie eine Platte im Innern beschreibt. 1983 erwarb die Gemeinde das Denkmal und ließ es restaurieren. |
![]() | Sandsteinblock in der Grünanlage vor der Bayernhalle An der Waldschule | 1993 | Sandstein-Denkmal mit der Vorderseite ein Notenschlüssel (erhaben angebracht) „Dettinger Te Deum“, für das 250jährige Jubiläum des Musikstücks zu Ehren des Siegs der Engländer über die Franzosen in der Schlacht bei Dettingen 1743. Auf der Rückseite ist eingemeißelt: „Errichtet zum Feldgeschworenen Jahrtag am 24. April 1993“. |
![]() | Am Ende der Waldstraße im Kahler Wald | 1971 | Stele aus Mainsandstein mit einem stilisierten Schäfer und Schaf und dem Eintrag St. Wendelin, der als katholischer Heiliger als Schutzpatron der (Schaf-)Hirten gilt. Ein solches Denkmal stand bis August 1969 „auf dem Kirchweg“. Deswegen wurde nach der Ausweisung eines Neubaugebietes vom Bildhauer Reichert ein neuer Bildstock am 14.11.1971 eingeweiht. |
![]() | Alter Friedhof an der Friedhofstr. in Großwelzheim | um 1890? | Sandsteinkreuz mit Sockel aus verschiedenen Sandsteinen, mehrfach restauriert. Die Frontplatte im Sockel ist Mainsandstein mit dem Eintrag: „Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubet, der wird leben, ob gleich er stürbe. Joh. 11 Cap. 25U. |
![]() | Ecke Seligenstädter Str. / Mühlweg | ~1920 | Kriegerdenkmal aus Mainsanstein mit den Namen der gefallenen Männer Großwelzheims im 1. Weltkrieg aus eingelassenen Platten. Hier stand vorher nur das Marterl, welches in das Denkmal integriert wurde. |
![]() | Brunnen an der Hauptstr. neben der Bäckerei Schatz | ? | Brunnen an einer Wand aus fränkischem Muschelkalk. |
![]() | Leischesweg | ? | Ungewöhnlich proportionierter Bildstock der Familie Josef Himmelsbach aus Sandstein. Der Grund der Aufstellung ist nicht bekannt. |
![]() | Am Mühlweg nahe der Waldschule unter der Hochspannungsleitung | ~1750 | Bildstock aus Sandstein aus einer Säule mit einem Aufsatz, darauf eine Kreuzigungsszene. Das Oberteil wurde von Pfarrer Ruf 1963 erneuert. Der nicht sehr alte Sandstein ist inzwischen stark rissig, sandet ab und ist von Flechten überkrustet. Das Kunstwerk wird in den nächsten Jahren zerfallen. |
![]() | Zeche Gustav am Engergiemuseum | 2010? | Der originale Turbinenläufer des ehemaligen und völlig abgebauten Versuchskraftwerks Kahl aus dem Jahr 1960 mit einer elektrischen Leistung von 15 MW. Man kann es auch als mahnendes Symbol für den energetischen und industriellen Niedergang Deutschlands sehen. |
![]() | Mainufer in Großwelzheim | 2022 | Eine von mehreren Geschichts-Stelen am Mainuferweg in Großwelzheim (gehörte 1309 zum Freigericht Wilmundsheim), die die lange Geschichte des Ortes erzählen. Diese Tafeln wurden anlässlich des 1250jährigen Bestehens der Gemeinde von der Gemeinde Karlstein gestaltet und aufgestellt. |
![]() | Friedhof in Karlstein | 1951 | Mahnmal mit einem Kreuz der Vertriebenen mit dem Text: „Bewahrt uns ihr Toten in östlicher Erde die Heimat“. Das Denkmal besteht Kalksandstein und Beton |
![]() | Westlichster Punkt von Bayern in der Mainmitte zwischen Seligenstadt und Großwelzheim am Main | 2015? | Etwas zerkratzte Infotafel des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat in München. |
![]() | Zeche Gustav vor dem Gebäude mit der „Kantine“ Gustavs Bistro und Feierei | 1990? | Tonnenschwerer Gneis-Kernstein als Brunnenstein. Der Gneis ist gebändert und stark gefaltet. Der Stein stammt sicher nicht aus dem Spessart oder Odenwald, sondern aus Norddeutschland oder dem alpinen Raum. Im Rasen südwestlich davon liegen weitere große Steine zur Gartengestaltung, Kristallingesteine und auch Kalksteine mit Calcit-Drusen. Sie stammen vermutlich aus Norddeutschland oder dem sächsischen Braunkohlegebiet. |
![]() | Kriegerdenkmal auf dem Friedhof in Großwelzheim | 1980? | Das Denkmal für beide Weltkriege besteht aus einer bronzenen Figur und einem Sockel aus Muschelkalk, der kaum mehr als solcher erkennbar ist. |
![]() | Teilwindrose auf der Kipp als Aussichtspunkt (etwa 20 m über der Umgebung) | ? | Die Sandsteinplatte nennt die markaten Ziele am Horizont mit der Angabe der Entfernung. Daneben steht das Missionskreuz des Missionars August Huth in Neu-Guinea, welches 2006 renoviert wurde. |
![]() | Wegkapelle an der Ecke Trierer Str. / An der Kipp | ? | Marienkapelle mit Blumenschmuck und Kerzen im Innern |
![]() | Austichtsplattform am Gustavsee | 2024 | Aussichtspunkt am See mit Erläuterungen zur Vogelwelt. Der See der Zeche Gustav wurde zur Gewinnung von Braunkohle ausgehoben und lief nach dem Abschalten der Pumpen voll Grundwasser; es ist der älteste große See in der Region. Infolge der ungewöhnlichen Tiefe von über 35 m bleibt der See im Winter lange eisfrei, so dass er ein markanter Rastplatz für Zugvögel ist, die man von hier aus beobachten kann. |
![]() | Am mainseitigen Ende der Straße „Am Wörth“ in Großwelzheim | um 1920 | Es ist kein klassisches Denkmal, aber ein Relikt des Schleusenbaus der ehemaligen Mainschleuse bei Großwelzheim: Ein Eisdriftblock („Findling„) von mind. 2 Tonnen Masse (genauer geht das nicht, weil man nicht genau weiß, was noch im Boden steckt) aus einem Orthogneis (Muskovit-Biotit-Gneis) aus dem Raum Stockstadt – Aschaffenburg (LORENZ 2019:36). Solche Gesteine kann man beispielsweise am Mainufer unterhalb des Pompejanums in Aschaffenburg anschauen. Der Stein wurde beim Bau der Schleusenkammer gefunden und wurde nach dem Abriss der Schleuse an diese Stelle transportiert. Die Verfrachtung in geologischer Zeit wird im Museum Karlstein erläutert. |
Literatur:
Archiv des Geschichtsvereins Karlstein aus nicht veröffentlichten Daten
Arbeitsgemeinschaft zur Heimatforschung und Heimatpflege des Landkreises Alzenau [Hrsg.] (1971): Bildstöcke und Flurdenkmäler im Landkreis Alzenau.- 101 S., zahlreiche SW- und 3 farbige Zeichnungen von Karl Höhne, 1 gefaltete Karte, [Buch- und Offsetdruckerei/Verlag Emil Kolb] Dettingen am Main.
PERSEKE, F. (2009): Bildstöcke und ausgewählte Flur- und Kulturdenkmäler im ehemaligen Landkreis Alzenau.- 2. überarbeitete und ergänzte Aufl., 351 S., 652 farb. Abb., Kartenskizzen, [Verlagsatelier Michael Pfeifer] Aschaffenburg.
LORENZ, J. (2019): Steine um und unter Karlstein. Bemerkenswerte Gesteine, Mineralien und Erze.- S. 4 – 49, 64 Abb., 1 Tab.- in Karlsteiner Geschichtsblätter Ausgabe 12, 64 S., Hrsg. vom Geschichtsverein Karlstein [MKB-Druck GmbH] Karlstein.
Eigene, aktuelle Forschungen.
Die Liste wird auf Wunsch ergänzt. Der Geschichtsverein nimmt gerne Hinweise und Ergänzungen entgegen.
Natürlich könnte man auch die Grabmale auf den Friedhöfen als private Denkmäler im öffentlichen Raum auffassen und hier erwähnen.
Das Erhalten von Denkmälern ist aufwändig. Neben dem Zurückschneiden der Vegetation in der Umgebung schreitet die Verwitterung nahezu unaufhaltsam fort. Aber die Gesteine reagieren sehr unterschiedlich auf die Einwirkungen von Wasser, Wärme und Frost. Polierte Flächen sind weniger anfälig als bruchraue Flächen. Nach dem Aufstellen im Freien setzt die Besiedelung mit Cyanobakterien („Blaualgen“) ein, was man an „dunklen Streifen“ erkennen kann. Ihnen folgen Flechten und dann sitzen Moose auf. Ihnen folgen höhere Pflanzen bis zu Bäumen – wie beim Kriegerdenkmal in Dettingen, was zu einer Wurzelsprengung führt. Hinzu kommt, dass Regenwasser in den Stein eindringt, hier Ionen löst und diese werden transportiert. Beim Verdunsten des Wassers bleiben die Ionen zurück und bilden verschiedene Salze (Mineralien), oft einfach Kalk oder Gips. Der Kristallisationsdruck kann zur Ablösung der Oberfläche führen, die vom Wind abgeweht wird oder einfach abfällt. Je nach dem, wie die Schieferung des Gesteins am Aufstellungsort verläuft. Verläuft sie senkrecht zum Boden, so kann Wasser entlang der Schieferung (z. B. des Sandsteins) eindringen und im Winter kann es zur Frostsprengung kommen; dies ist bei sakralen Denkmälern oft zu beobachten. Verursacht wird dies dadurch, da die Gesteinsauswahl nach visuellen, architektonischen und geschmacklichen Gesichtspunkten erfolgt – nicht nach der Haltbarkeit. Schattige Aufstellungsorte sollten vermieden werden, weil das Abtrocknen stark verzögert wird und damit der Fauna ein nasses Substrat geboten wird und man mit einem Bewuchs in wenigen Jahren rechnen muss.
- Keine Denkmäler im Sinne des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes! ↩︎





































