Außengelände
Phonolith
Auf dem Rasen vor dem Museum liegt seit März 2025 ein etwa 1 t schwerer Phonolith (Alter etwa 55 Millionen Jahre) aus dem historisch bekannten Vorkommen im Lindig zwischen Kleinostheim und Dettingen, heute überbaut von der Waldstadt (Hörsteiner Str. 105). Das Gesteinsvorkommen vulkanischen Ursprungs war 1839/40 entdeckt worden (es bestand ein Steinbruch zur Straßen-Schottergewinnung) und wurde seit dem späten 19. Jahrhundert nicht mehr gefunden. Erst im Frühjahr 2025 gelang die Wiederentdeckung in Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Geschichtsverein Kleinostheim.
Gegenwärtig wird versucht, das geologische Alter zu ergründen. Das ist sehr komplex und dauert lange.
Der Stein hier ist ein großes Stück eines Eisdriftblocks aus der ehemaligen Kiesgrube Volz in Kahl, der als Gedenkstein für die Verstorbenen etwa 40 Jahre am Anglerheim in Dettingen stand. Es handelt sich nachweislich um einen Felsen aus dem Vorkommen von Kleinostheim, der mit dem Eis des Mains während der letzten Kaltzeit nach Kahl verfrachtet wurde. Mit der Erweiterung des Anglerheims wurde der Stein zerlegt und das größte Stück liegt hier. Ein weiteres Stück wird in Kleinostheim aufgestellt und eine Platte befindet sich im Deutschen Natursteinarchiv (DNSA) in Wunsiedel.

Inzwischen wurde ein weiterer Eisdriftblock des gleichen Phonoliths bekannt (siehe oben), der sich auf einem Gartengelände an der Grenze zu Alzenau befindet. Die hellen Flächen sind Kluftflächen, auf denen das Gestein angewittert ist; das ist eine Folge eines Warmklimats im Pliozän oder älter.

In der Mitte des Rasens steht das Kriegerdenkmal für die 33 Gefallenen des 1. Weltkriegs; und später auch des 2. Weltkriegs. Das Denkmal wurde am 18. Juni 1926 mit vielen prominenten Gästen, dem Pfarrer, Politiker und einem Fest auf dem Festplatz eingeweiht. Zwischen 1965 und 1975 wurden die zweispaltige Liste der Namen der Gefallenen des 1. Weltkriegs entfernt und das heutige Bild hergestellt, wie ältere Fotos zeigen (siehe Karlsteiner Geschichtsblätter Ausgabe 15). Die Aufschrift aus Bronze nennt: „Unseren Toten der beiden Weltkriege 1914 1918 1939 1945“ und darunter „Den Lebenden zu Mahnung“. Leider hat man daraus nichts gelernt, wie die gegenwärtigen Kriege zeigen.
Das Denkmal besteht aus Beton und ist auf 3 Seiten mit Platten aus einem Muskovit-Biotit-Gneis verkleidet. Die Frauenskulptur oben, mit dem Helm daneben, besteht sehr wahrscheinlich aus einem vulkanischen (porenreichen) Gestein (Basalt?); dies kann man nicht nachprüfen, da die Skulptur dick mit Farbe angestrichen und auch örtlich mit Flechten überkrustet ist.
Die Büsche daneben sind blühender Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), der aus Südosteuropa und Kleinasien stammt.

