geborgenen Schneidewerkzeugen und Pfeilspitzen Bild wurde KI-modifiziert

Dettinger Stationen 1

Um 5000 vor Christus: Eine Reihe von geborgenen Schneidwerkzeugen, Pfeilspitzen und Steinbeilchen aus dem Neolithikum [Anm. auch Jungsteinzeit, ist eine entscheidende Epoche der Menschheitsgeschichte. Es markiert den erstmaligen Übergang des Menschen von Jäger- und Sammlerkulturen zu sesshaften Bauern und Viehzüchtern (die sogenannte neolithische Revolution). Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Jungsteinzeit] verweist auf die Tätigkeit des jungsteinzeitlichen Menschen in der näheren Umgebung Dettingens.
1200 bis 450 vor Christus: Grabbeigaben aus der Urnenfelderzeit [Anm. Die Urnenfelderkultur ist die am weitesten verbreitete mitteleuropäische Kultur der späten Bronzezeit. Sie bestand etwa von 1300 bis 800 v. Chr. Siehe auch: de.wikipedia.org/wiki/Urnenfelderkultur] und Hügelgräber im Lindigwald künden von einer frühen Besiedlung des Dettinger Raumes.
3. bis 4. Jahrhundert: Die Alemannen siedeln sich in dem Gebiet beiderseits des Untermains an. Die Endsilbe -ingen des Namens Dettingen deutet auf alemannische Gründung.
Um 800: Sage und Legende, aber auch die Geschichtsforschung berichten von einem karolingischen Gotteshaus [Anm. Herrschergeschlecht der westgermanischen Franken. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Karolinger].
975: Erste urkundliche Erwähnung, Kaiser Otto II. [Anm.*955 – 7.12.983 in Rom] übergibt auf Bitten seines Neffen Herzog Otto von Schwaben die ihm von diesem geschenkten Abgaben aus den Orten Kleinostheim (Ozenheim) und Dettingen (Tetingen) der Kirche des heiligen Petrus in Aschaffenburg.
980: Kaiser Otto II. übergibt die Besitzungen in Kleinostheim und Dettingen (Dettinga) der Kirche des hl. Petrus in Aschaffenburg zum Unterhalt der Brüder.
Um 1000: Die im Aschaffenburger Stiftsevangeliar [Anm. Ein Evangeliar ist ein liturgisches Buch, das die vollständigen Texte der vier Evangelien des Neuen Testaments enthält. Der Zusatz „Stift“ bedeutet, dass dieses Buch einst von oder für ein geistliches Stift [z. B. ein Kloster oder Damenstift] in Auftrag gegeben und gestiftet wurde. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Evangeliar]eingetragene Grenzbeschreibung nennt die Flurbezeichnungen Karlstein (lat. ad lapidem Caroli) und Humelsee (Humelse).
1184: In der auf Bitten des Propstes Wortwin [Ein Propst bezeichnet einen hohen geistlichen Amtsträger in der christlichen Kirche] ausgestellten Papsturkunde, in der Papst Lucius III. [Ubaldo Allucingoli; * 1097 (?) in Lucca; † 25. November 1185 in Verona] war vom 1. September 1181 bis zu seinem Tode Papst) dem Stift für alle gegenwärtigen und zukünftigen Besitz Immunität und Schutz zusichert, wird auch eine Pfarrei Tatinowi (=Dettingen?) genannt.
1189: Erzbischof Konrad von Mainz [* 1120/1125 – 25. Oktober 1200] beurkundet die Rückgabe des Dettinger Zehnten [Der Zehnte bezeichnet eine Steuer in Form von Geld oder Naturalien an eine geistliche oder eine weltliche Institution. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Zehnt] durch Gerhard von Kälberau, den dieser vom Propst Marcolf und dessen Nachfolgern nach Lehensrecht empfangen, aber der Kirche durch ständige Vererbung fast entfremdet hatte, an Propst Wortwin von Aschaffenburg. [Das Lehnswesen, auch Feudal- oder Benefizialwesen, war eine im mittelalterlichen Europa herausgebildete Gesellschafts-, Wirtschafts-, Rechts- und/oder Besitzordnung. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Lehnswesen]
1248/49: Im Koppelfutterverzeichnis der Cent vorm Spessart ist auch Dettingen aufgeführt. [Als Koppelfutterverzeichnis (auch Copelfutir) bezeichnet man ein historisches Abgabenverzeichnis des Erzbistums Mainz aus dem 13. Jahrhundert. Es dokumentiert die Einnahmen aus Haferabgaben und für Weiderechte in verschiedenen mainzischen Gerichtsbezirken. Siehe auch: https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/showArchivalDescriptionDetails?archivalDescriptionId=186421 und http://www.geschichte-untermain.de/Sahsen%20Winden%20Spessart%202011%2001.pdf] Das Mainzer Erzstift drängt die Rechte des Stifts Aschaffenburg zurück.
1300: Der Miles Johannes von Wasen resigniert seinen Zehnt in der Gemarkung der Villa Dettingen an den Aschaffenburger Propst G. von Selmesse, den er bisher als Vasall von ihm zu Lehen hatte, mit der Bitte, ihn dem Dekan und Kapitel von Aschaffenburg zu ewigem Besitz zu überlassen. [Ein Vasall (auch Lehnsmann oder Gefolgsmann) war im Mittelalter ein freier Mann, der sich in den Dienst eines mächtigeren Adligen (des Lehnsherrn. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Vasall] stellte
1320: Elisabeth von Hohinloch übergibt alle ihre in Dettingen und Umgebung gelegenen und unter dem Namen Henengut bekannten Güter und Rechte dem Stift St. Peter und Alexander [Die römisch-katholische Stiftskirche St. Peter und Alexander, die älteste Kirche Aschaffenburgs, wurde im 10. Jahrhundert unter Otto von Schwaben errichtet. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/St._Peter_und_Alexander_(Aschaffenburg)].

Zitiert aus Spessartheft Juni 1978 Nr. 6, Beitrag von Helmut Winter

den kompletten Beitrag finden Sie unter: Dettinger Stationen – Geschichtsverein Karlstein am Main

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