Steinheim: Steine, Geschichte und Schmaus
Zur Fortbildung des Geschichtsvereins Karlstein fuhren 21 Mitglieder am Samstag, den 19.09.2026, nach Steinheim am Main, ehemals auch zum Kurfürstentum Mainz gehörend (heute Stadtteil von Hanau). Hier wurden wir von Evelyn Weber vom Heimat- und Geschichtsverein Steinheim a. Main empfangen und in mehr als 1 Stunde durch Steinheim geführt.

Wir liefen vom Altstadtparkplatz zum Hofbrauhaus, zur Fischerzunft, zur Zehntscheune und zum alten Marktplatz. Hier steht das Haus derer von Schönborn; hier wurde 1655 der spätere Kurfürst und Erzbischof von Mainz Lothar Franz von Schönborn geboren (siehe Gruppenfoto oben).
Da die alte Pfarrkirche geöffnet war, konnten wir das Innere erkunden. Vorbei am ältesten Fachwerkhaus aus dem 14. Jahrhundert (Steinheim wurde im 2. Weltkrieg nicht bomardiert) erreichten wir das Schloss.
Im Garten des Best Western Premier Hotel Villa Stokkum konnten wir die Felswand mit den Basaltsäulen im anstehenden Fels bestaunen, die hier einen Durchmesser von bis zu ungefähr 1,5 m erreichen – leider mit Ankern und Maschendraht gesichert. Vor 16 Millionen Jahren schoss die Lava vom Vogelsberg bis nach Steinheim und erstarrte zu den Säulen. Anschließend gab es „Lavalimo“1 und „Lavabrocken“2 zur Stärkung; diese waren von Ina Hristova aus Goldbach gemixt und geschaffen worden.

Zur Stärkung angerichtet: würzig-feurige „Lavalimo“ und steinige „Lavabrocken“ zum Essen, mit der Möglichkeit des Nachfüllens und als Stärkung.

Gegen 15 Uhr erreichten wir abermals das Schloss. Hier standen etwa 100 Menschen, die die Baugeschichte des Schlosses sehen wollten und warteten auf eine Führung im Schloss, Schlossturm und Zwinger. Nach den Einführungen durch Burkard Huwe wurden die Abmessungen der alten Burg mit Trassenband und Pylonen am Boden markiert. Da jede Führung eine 3/4 Stunde dauerte, verteilten sich die Mitglieder je nach Interesse.
Ich hörte die Ausführungen der Archäologin Pia Rudolf, die einen Eckturm und Teile des Zwingers (einen Raum mit Mauer vor der Burg) ausgrub und ein Gewölbe fand, welches schwierig zu erklären war. Bei den Ausgrabungen erreichte man auch den gewachsenen Fels. Die in der Grabung angetroffenen Strukturen wurden wieder zugeschüttet. Merkwürdig ist, dass in den Mauern der Burg bzw. des Schlosses aus dem örtlichen Basalt (und ganz wenig Mainsandstein) kein Opal steckt, obwohl man bei der Gewinnung der Steine den Opal antraf.
Ein Problem sind Reparaturen an den Bauwerken aus Basalt, wie Mauern und im Pflaster der Stadt. Da kein Steinbruch um Steinheim mehr im Abbau steht, gibt es keine originalen Steine dieses Gesteins-Typs3, so dass man auf Basalte zurück greifen muss, die der Gesteinshandel anbietet. Diese sind aber dichter und schwarz-bläulich in der Farbe, so dass man überall sehen kann, wo Steine aus der Rhön, dem Westerwald, der Eifel oder sonst woher verbaut wurden.
Der Abschluss bildete die Einkehr in der Gaststätte Treppchen im Huttenhof, wo der harte Kern noch gemeinsam aß.
- Eine Zubereitung aus Ananassaft, Orangensaft, Maracuja, Limette, Grenandie, Ginger Ale und Gewürz. ↩︎
- Nach einer Rezeptur wie bei den Granatsplittern. ↩︎
- Eigentlich ist es kein richtiger Basalt im petrographischen Sinne, sondern nach der chemischen Zusammensetzung nach ein Basaltischer Andesit.
Die blasenarmen Partien waren der bevorzugte Baustein, denn der ist leicht zu bearbeiten und auch über Jahrhunderte stabil. In den alten Bauwerken wurden jedoch große Anteile der Steine vermauert, die an der Oberfläche direkt in oder um Steinheim leicht gewonnen werden konnten (Verwitterungsschutt). Diese sind sichtbar hellgrau angewittert und halten der Witterung nicht so lange stand, wie frische Partien.
Und der Mauersand stammt vom Sandschöpfer direkt aus dem Main und wurde nicht gesiebt, so dass auch größere Steinchen im Mörtel stecken, was besonders bei den weißen Quarzen sichtbar wird. ↩︎

