Fluoreszenz auf dem Schulfest
Am Samstag, den 04.07.2026 fand in der Grundschule in Karlstein das jährliche Schulfest statt. Das Wetter war traumhaft sommerlich: blauer Himmel, leichter Wind und niedriger Taupunkt. Der Geschichtsverein hatte einen Stand im überdachten Bereich und war mit 3 Mitgliedern vertreten: Franz Biller, Volker Oster und Joachim Lorenz.
Die Fluoreszenz bzw. die Phosphoreszenz wurde um 1604 von einem Schuster aus Bologna (Italien) am Bariumsulfid entdeckt, den er als Alchemist aus dem Baryt hergestellt hatte.
Auch die Ionisierende Strahlung des Urans wurde von Henry Bequerel (*1852
†1908) bei seinen Forschungen zur Fluoreszenz entdeckt, nachdem er von den Versuchen zur Röntgenstrahlung erfahren hatte. Damals gab es keine UV-Leuchten, so dass die einzige UV-Quelle die Sonne war.

Viele natürliche und synthetische Substanzen zeigen bei der Beleuchtung mit (nicht sichtbarem) ultraviolettem Licht eine Fluoreszenz, d. h. es wird von dem angestrahlten Objekt ein Licht emittiert. Dies ist beispielsweise auch beim Holz der Fall – z. B. bei der Robinie (Robinia pseudoacacia), ein Baum, der bei uns weit verbreitet ist.
Viele Mineralien fluoreszieren, wenn man diese unter UV-Licht anschaut. Farbloser Calcit ohne Fremdbestandteile beispielsweise fluoresziert nicht. Dazu muss es ein anregendes Element geben, beispielsweise Mangan (Mn), welches das Calcium (Ca) in geringem Umfang ersetzt. Bei einigen Gew.-% tritt eine rote Fluoreszenz ein. Steigt der Mn-Gehalt über etwa 5 Gew.-%, so verschwindet die Fluoreszenz. Sind zusätzlich weitere Fremdelemente im Kristallgitter eingebaut, so können die löschend oder verstärkend wirken, was die Erscheinungen und deren Erklärungen sehr komplex machen können.
Das Phänomen der Fluorezenz ist sehr bedeutend, denn man macht damit chemische Analysen (Röntgen-Fluoreszenz), man beschichtet Feuerwehr-Helme und lang nachleuchtende Schilder in Fluchtwegen, Zifferblätter in Armbanduhren, baut Fluoreszenz-Mikroskope, usw. Die Bildröhre der Fernseher und Computer beruhten darauf, dass die Elektronen der Röhre Bildpunkte zu Leuchten brachten. Oder man prüft die Echtheit der Geldscheine mit einer UV-Leuchte.
Viele Kinder – und auch Erwachsene (Eltern und Lehrer) – waren erstaunt und beeindruckt von dem Lichtschauspiel, denn wir hatten rote, blaue, grüne und gelb fluoreszierende Mineralien in einem Kasten dabei, den wir wegen des schönen Wetters in einem großen Karton präsentierten. Besonders intensiv leuchtete das kleine Stück eines gelben Uranglas bzw ein Schnapsglas (Annagelb). Wir verwandten eine LED-Lichtquelle von etwa 365 nm.
Zur Erweiterung der Kenntnisse liegen im Keller des Museums in den Vitrinen weitere Mineralien und Gesteine, die eine Fluoreszenz aufweisen: Uranocircit, Uranospinit, Autunit, Uranglas, Chalcedon, Calcit, Fluorit, Apatit, Zirkon, …

