Messel – ein Heimatmuseum mit Fossilien
Es war einmal ein See bei Messel. Der entstand vor etwa 48 Millionen Jahren bei einem Vulkanausbruch als Maar, füllte sich mit Wasser und es dauerte vermutlich mehr als 1 Million Jahre, bis das etwa 300 m tiefe Gewässer verlandete. Der See und seine Sedimente („Ölschiefer“) erzählen viel über die eozäne Tier- und Pflanzenwelt, denn damals lag Messel (und wir) auf der geographischen Breite von Neapel. Es herrschte ein deutlich wärmeres, monsunales Klima. Da es damals so gut wie keine nennenswerten Gletscher auf der Erde gab, lag der Meeresspiegel etwa 70 m höher als heute.

Die fossil erhaltene Schlange (Palaeopython spec.) hat im Magen einen kleinen Alligator, der als letzte Nahrungsaufnahme gelten kann. Man erkennt diesen an den porigen Knochenplatten. Das Original-Fossil einer „Ölschiefer“-Platte ist in dem kleinen Museum ausgestellt.
Aus den Seesedimenten wurde ein sehr wasserhaltiges, kerogen-reiches Gestein (korrekt Schwarz-Pelit), welches ab dem Ende des 19. Jahrhunderts in einem Tagebau gewonnen wurde. Man erhitzte das Gestein und gewann durch Schwelen daraus zahlreiche Produkte wie Paraffin, Benzin, Öle, Wachse und Kohle.

In dem Museum wird ein Modell der Schwelerei mit den zylindrischen Öfen, auch im Schnitt, gezeigt. Über eine Hängebahn gelangte des Ölschiefer in die Öfen, die mit dem Ölschiefer beheizt wurden.
In den 1920er Jahren produzierte Messel bis zu 40 % des Kraftstoffbedarfs Deutschlands. 1971 wurde der Betrieb eingestellt. Die roten bis braunen Schlacken wurden aufgemahlen und zu Belägen für Tennisplätze und Sportstätten verarbeitet.
Das Museum ist reich an Fossilen aus der nahe gelegenen Grube. Darüber hinaus wird die Ortsgeschichte dargestellt, die mit der Grube verwoben ist. Es bietet sich an, den Besuch der Grube Messel mit dem Heimat- und Fossilienmuseum zu koppeln. Hier wird auch reichlich Literatur über Messel angeboten.

