Graslitzer Stube

Graslitzer Stube am 07.06.2026

Wir trafen uns bereits am Freitag, um die Kaffeetafel für Sonntag vorzubereiten. Die Tischreihe wurde – wie immer – mit Tischdecken versehen. Darauf verteilte Aufsteller gaben Informationen zu den nachfolgenden Anlässen:

  • 150. Geburtstag von Anton Günther – Erzgebirgssänger *5. Juni 1876 in Gottesgab
  • 135. Geburtstag von Franz Gruss – Maler und Zeichner *3. Juni 1891 in Graslitz
  • 130 Jahre Weihe der Dekanalkirche in Graslitz am 2. Juni 1896. Nebst Fotos vom Inneren des Gotteshauses konnte auch eine originale Erinnerungsmedaille betrachtet werden.

Unverhoff kommt oft

Gespannt erwarteten wir am Sonntag den angekündigten Besuch aus Flieden, dessen Kontakt aus einem ebayKauf resultierte. Zum verabredeten Zeitpunkt traf dann Petra V. mit ihrem Ehemann und ihrer Mutter Inge (Ingeborg geb. Sandner aus Graslitz) ein.

Medaille zur Erinnerung an die Weihe der neuen Kirche in Graslitz am 2. Juni 1896 von der Stadtgemeinde Graslitz;
Fotos A. Lübber

Zunächst wurden zwei Frauentrachten der erneuerten Karlsbader (Unterländer) Tracht, jeweils bestehend aus Bluse (‘s Hemmad), ‘s Leiwl (Mieder), da Kiedl (Rock), ‘s Fürta (Schürze), einem Schültertöichl (Schultertuch) und zwei Schleifenbändern einer Tasche entnommen. Die Frauentrachten wurden von Inges Mutter Theresia und deren Freundin bei den verschiedenen Veranstaltungen der „Eghalanda Gmoi z‘ Flieden“ getragen.

Für die Ausstattung des Herren hatte die Familie eine Huasn (Hose), ‘s Vetternkappl (Hauskappe) aus Samt in grüner Farbe und ‘s Halstöichl (Halstuch) mitgebracht. Diese stammten von Inges Vater Otto.

Nach einem kurzen Rundgang durch die Stube vertieften sich Inge und Volker ins Studieren der mitgebrachten Fotos. Fleißig wurden alle Angaben notiert und Fragen zum besseren Verständnis von Inge geduldig beantwortet.

Bei Kaffee und Kuchen sowie interessanten Gesprächen flogen die Stunden nur so dahin. Herzlich verabschiedeten wir uns, jedoch nicht ohne zuvor die Telefonnummern ausgetauscht zu haben.

Gegen 16:30 Uhr bekamen wir noch unerwarteten Besuch von Nina M. aus dem OT Großwelzheim. Sie hatte ihrer Oma Maria M. versprochen, das von einem Mann geklöppelte Brautkleid, welches Maria zu ihrer kirchlichen Hochzeit am 1. Januar 1949 trug, dem Geschichtsverein Karlstein als Geschenk zu überbringen. Begeistert haben wir dieses angenommen und freuen uns schon auf ein Gespräch, um weitere Fragen klären zu können.

Bestandteil der Tracht: s´ Vetternkappl (Hauskappe) aus Samt in grüner Farbe.

Text und Foto/s: Christine Uschek

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