Kieselholzscheibe im Museum

Neu poliert: Fossiles Holz im Museum

Vor etwa 2 Jahren erhielt das Museum1 aus dem Fundus von H. HERZOG eine Scheibe eines fossilen Holzes (Konifere). Diese ist 20,5 kg schwer und misst 70 x 60 cm bei einer Dicke von 2,8 cm. Sie war mit einem Kunststoff imprägniert (aber nicht auf der Rückseite mit einem Gewebe verstärkt), überstrichen und die Löcher mit einem Kunstharz gefüllt, der dem Stück einen gelblichen Ton verlieh. Die Scheibe wurde jetzt in Hain i. Sp. von Werner WENZEL bei Fa. Zentgraf aufwändig neu und perfekt poliert, so dass die natürlichen Farben hervor treten.

Stolz präsentiert: Die fertig neu polierte, spiegelnde Holz-Scheibe mit (v. l.) Martin ZENTGRAF, Werner WENZEL und Sebastian ZENTGRAF in der Maschinenhalle der Fa. Ludwig Zentgraf GmbH Grabmale in Laufach-Hain i. Spessart am 02.06.2026.


Nach den Ausführungen des erfahrenen Paläobotanikers Robert NOLL (Tiefenthal) handelt es sich um eine Scheibe eines Baumes aus dem Obertrias, gefunden bei Mata, Rio Grande do Sul, im Süden von Brasilien (und auch dort bearbeitet).

Schliffdetail

Das Schliffbild der Oberfläche zeigt (oben, Bildbreite 9 cm), dass das ehemalige Holz bereits erheblich von Pilzen zersetzt war, als es eingekieselt wurde. Weiter ist das Holz im nassen Zustand duktil verdrückt, verschoben worden und nur örtlich ist in den hellen Bereichen noch die Struktur der Holzes bzw. seiner Zellen erhalten. Dort, wo sich die großen Löcher befinden, war das Holz bereits ganz abgebaut und entfernt worden. Dies ist in einem natürlichen Umfeld völlig normal.

Aus der Trias sind an vielen Orten auf der Welt fossile Hölzer überliefert (LORENZ 2023:11ff, 164ff, 342ff). Dabei handelt es sich meist um die Vorläufer unserer Koniferen, d. h. Nadelbäume. Auch die allermeisten Holzfossilien der Mainsedimente stammen aus der Trias (Keuper) und sind somit ungefähr 210 Millionen Jahre alt. Man findet sie selten in den Kiesgruben am Untermain und einige sind im Museum in Karlstein ausgestellt, darunter auch Stücke mit über 20 kg Gewicht.

Literatur:

LORENZ, J. (2023):  [Hrsg.] (2023): Aus Holz wurde Stein: Fossiles und „versteinertes“ Holz aus Wetterau, Vogelsberg, Spessart, Rhön und Franken – über 250 Jahre Forschungen.- Mitteilungen des Naturwissenschaftlichen Museums Aschaffenburg, Band 31, 430 S., 1.281 meist farb. Abb., 23 Tab., Naturwissenschaftlicher Verein Aschaffenburg e. V., [Helga Lorenz Verlag] Karlstein a. Main.

  1. Der Kinzigtaler Mineralienclub unterhält in Gründau-Lieblos ein kleines Mineralien-Museum. Hier ist im 1. OG an der Wand des Treppenraums eine sehr ähnliche Scheibe des gleichen Baums vorhanden! Leider sind auch hier keine genaueren Daten zur Herkunft vorhanden, so dass wir uns auf die Expertise von Robert NOLL verlassen müssen, der Brasilien bereist hat.
    Zum Zeitpunkts des Kaufs vor vermutlich 30 oder 40 Jahren kostetet so eine Scheibe sicher mehr als 1.000 DM. ↩︎

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