Bohrkerne

Sandstein in der Tiefe

Über die Gesteine unter unseren Füßen weiß man erstaunlich wenig, denn es gibt nur wenige Bohrungen, die mehr als 50 m Teufe erreichen. Es gibt nach meinem Kenntnisstand keine, die 100 m erreicht.
Nun weiß jeder von den lokalen Baustellen, Sand- und Kiesgruben, dass wir auf einer mächtigen Schicht aus Lockersedimenten wohnen, die aus Sand, Kies, Ton und etwas Braunkohle besteht. Was darunter ist, ist unbekannt.
Nun sah ich, dass man neben der Mainbrücke zwischen Mainaschaff und Stockstadt bohrte und nach den Ausführungen der Mitarbeiter der Bohrfirma trafen sie unter einer künstlichen Aufschüttung und Auelehm in 20 m Teufe einen Sandstein an. Ich konnte anschließend die Bohrkerne in Stockstadt anschauen (siehe Foto) und sah, dass es sich um den verwitterten Unteren Buntsandstein handelt. Die Lücken zwischen den Kernstücken waren Tonschichten, die nicht geborgen werden konnten. Einzelne Sandsteinstücke enthielten Tonklasten des Eck´schen Geröllsandsteins und die typische Streifung des untersten Sandsteins der Miltenberg-Formation. Dieser wurde hier um etwa 200 m in die Tiefe versenkt und so vor der Abtragung bewahrt. Einen solchen Sandstein gibt es heute erst etwa 8 km östlich und auf einer Höhe von etwa 350 m.
Würde man die Bohrung in die Teufe fortsetzen, so erreichte man den Heigenbrückener Sandstein, dann den Bröckelschiefer bzw. die Sedimente des Zechsteins und darunter – nach ungefähr 70 m – das Kristallin in Form von Gneis.
Dass es hier große Verwerfung gibt, zeigen der wenig entfernte Ballenberg bei Stockstadt, Felsen nördlich von Stockstadt – und auch das Mainufer in Aschaffenburg. Hier stehen an der Oberfläche Gneise an; die Bedeckung aus Sandstein ist abgetragen.

Daraus kann man schließen, dass auch unter Karlstein die Sandsteine des Buntsandsteins noch vorhanden sind, jedoch verdeckt durch mehr als 50 m Mainsedimente.

Sollten die Kerne aus Mainaschaff einst verworfen werden, so werde ich mich bemühen, Belegstücke für das Museum zu bekommen.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert