Hochzeitskarte

Vertreibung am Beispiel der Familie Lorenz

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Eine normale Hochzeit im Erzgebirge, in Eibenberg bei Graslitz, am 3. Mai 1911 zwischen Emma (geb. Lausmann, *10.11.1882 in Eibenberg †16.12.1966 in Dettingen) und Ernst Lorenz (*05.12.1885 in Robesgrün †28.12.1943 Rio de Janeiro). Der Fotograf R. Fischer in Graslitz fertigte ein zeitgenössisches Foto an, mit Handschuhen und Zylinder – wirklich glücklich sehen die nicht aus.

Und die wirtschaftliche Situation war damals im Erzgebirge schwierig und nur wenige Jahre später begann der 1. Weltkrieg, so dass der Mann eingezogen wurde. Aus dem Krieg zurück, bekam Emma 1922 den Sohn Bruno. Ernst wanderte aus wirtschaftlicher Not nach Brasilien aus und fasste in Pedro do Rio bei Rio de Janeiro Fuß. Seine Frau kam mit dem Sohn nach und so gebar Sie 1923 den Sohn Hermann. Sie kam jedoch mit dem Klima und den sozialen Verhältnisen nich klar, so dass sie 1926 wieder nach Graslitz zurück kehrte. Der Sohn lernte Bäcker und und wurde im Krieg zur Marine eingezogen. Ernst sandte nicht ganz regelmäßig Geld nach Deutschland, blieb aber in Brasilien. Hermann wurde bei einem Kriegseinsatz kurz vor Kriegsende in Dänemark verwundet, kam in ein Lazaret und dann in amerikanische Kriegsgefangenschaft, wo er mit rudimentären Englischkenntnissen überlebte.

Mit der Vertreibung der Deutschen wurde Emma Hörstein zugesprochen, wo man in einfachsten Verhältnissen lebte. Über das Suchprogramm kam mein Vater Hermann nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft in Frankreich auch nach Hörstein und heiratete 1950 meine Mutter Alma aus Dettingen.

Hochzeitskarte
Zeitgenössische Hochzeitskarte mit einem Dankeschön

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