Sudetenland – Geordnete Vertreibung vor 80 Jahren

Vor 80 Jahren fand die geordnete Vertreibung der deutschstämmigen Bevölkerung (Sudetendeutschen) aus der damaligen Tschechoslowakei statt. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurden etwa 3 Millionen Deutsche aus ihrer angestammten Heimat, dem Sudetenland, vertrieben. Darunter waren die Deutschböhmen, Deutschmähren und Karpatendeutschen. Zuerst erfolgte dies unter Androhung und Durchführung von Gewalt, der sogenannten wilden Vertreibung. Durch die Beneš-Dekrete erfolgte ab Oktober 1945 bis in das Jahr 1946 die sogenannte geordnete Vertreibung, wobei es keine direkten Vertreibungsdekrete gab.

Etwa 2 Millionen, der 3 Millionen Vertriebene kamen nach Bayern. Bis zu 1300 Personen waren teilweise in einem Transport zusammengepfercht in Viehwaggons, manchmal 2 Tage ohne großartige Versorgung, unterwegs, bis sie in Bayern in einem Auffanglager ankamen. Ein Großteil der Bahntransporte erfolgte über das Auffanglager Furth im Wald. Von dort aus wurden die Vertriebenen dann über ganz Bayern verteilt. Auch dem Kahlgrund und den ehemals selbständigen Gemeinden Dettingen und Großwelzheim wurden Sudetendeutsche zugewiesen. Allein in Dettingen wurden insgesamt 550 Vertriebene (Chronik 1000 Jahre Dettingen) zugeteilt. Bezogen auf die damalige Bevölkerung war dies eine große Last.

Vergleicht man nun die bayerischen Bevölkerungszahlen von damals während der Vertreibungszeit der Sudetendeutschen, so erhöhte sich ihre Anzahl um ca. ¼ innerhalb von 1,5 Jahren. Das bedeutet jeder vierte Einwohner in Bayern hatte zur damaligen Zeit Wurzeln aus dem Sudetenland. Die Sudetendeutschen blieben aber nicht unter sich, sondern integrierten sich schnell durch Strebsamkeit, Zuverlässigkeit und Arbeitswille in das gemeindliche Leben.

Das große Interesse an den Vorfahren heutzutage führt aus diesem Grund unweigerlich bei den Meisten auch in das Sudetenland. War die Erforschung in früheren Jahren in diese Richtung sehr aufwendig, kostspielig und zeitintensiv, so kann dies heutzutage zum großen Teil bequem online von zu Hause aus durchgeführt werden. In einem Vortrag am 03. Mai 2026 werden diese Recherchemöglichkeiten bezüglich Sudentenland im Museum Karlstein vorgestellt. Dies erfolgt um 15 Uhr im Heimatmuseum, Schulstraße 2 – Karlstein, am Beispiel der Familie Oskar Dannler aus Silberbach/Graslitz und der Familie Friedrich Hansmann aus Pohorsch/Sternberg. Parallel zum Vortrag kann ebenso Einsicht in einschlägige Literatur und Dokumentationen genommen werden. Auch die Graslitzer Stube im Heimatmuseum gibt umfassende Informationen über das gleichnamige Gebiet und deren Einwohner aus dem Sudetenland.

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