Grube Messel – Ausstellung 30+

Das große Kieselholz aus dem Museum Karlstein („Jahrhundertfund“) befindet sich bis zum 7. März 2027 in der Sonderausstellung „Messel 30+ Silber, Saurier und andere Steine“ der Grube Messel bei Darmstadt (siehe Foto). Anlass ist das 30jährige Jubiläum zur Ernennung zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Dabei werden Exponate aus einem Umkreis von 30 km um die Grube Messel gezeigt. Die Vielfalt ergibt sich aus den geologischen Gegebenheiten des Odenwalds, des Oberheingrabens und des Untermains, die zusammen einen Zeitraum von mehr als 500 Millionen Jahren abdecken.

Und im Rahmen der Vorbereitungen wurden auch neue Erkenntnisse gewonnen: Beispielweise hat Philipe Havlik Marmor-Plattenstücke aus dem Kloster Lorsch angeschaut und man entdeckte darin das für weiße Marmore ungewöhnliche Mineral Granat. Nun gibt es solche Granate (Grossular Ca3[Al2](Si3)O12) in den Marmor-Vorkommen des Spessarts – und des Odenwalds (Auerbach), sonst aber eher selten. Damit konnte der Beweis geführt werden, dass der Marmor aus dem nahen Odenwald stammt. In Analogie des dort auch vorhandenen Porphyrs sollte das Gestein in römischer Zeit im Odenwald abgebaut worden und in einem der Bauwerke der Römer verwandt worden sein. Bekanntermaßen wurden die römischen Gebäude im Mittelalter ausgeschlachtet und so gelangten die Platten in das Kloster (Spolien). Dies auch, da die Gewinnung von ornamentalen Gesteinen wie auch von Werksteinen im Frühmittelalter nicht sehr intensiv betrieben wurde.

In einer großen Box in der Ausstellung wird die Entstehung der Lagerstätte vom Vulkanausbruch bis zur Grube in einer plastischen, visuellen maßstäblich Darstellung gezeigt. Über einen Monitor kann man den Ablauf steuern.

Der Besuch der Grube mit der Ausstellung kann empfohlen werden. Dabei sollte man keinesfalls den Besuch des Fossilien- und Heimatmuseums in Messel eingeplant werden. Hier werden sehr viele Fossilien ausgestellt und dazu die Historie des Ölschiefer-Abbaues.

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