Vortrag über die Vor- und Frühgeschichte auf dem Gemeindegebiet Karlstein und Umgebung

Am Freitag den 20.03.2026 hielten die aktiven Mitglieder Barbara Allame und Michael Hansmann im Anschluss an die Jahreshauptversammlung des, 1977 gegründeten, Geschichtsvereins Karlstein in dem Ausstellungsraum des Heimatmuseums Karlstein einen Vortrag über die Vor- und Frühgeschichte und deren zugehörigen Fundsituation von Karlstein und Umgebung. Karlstein hat zur Zeit zehn amtliche Bodendenkmäler die über das gesamte Gemeindegebiet, drei in Großwelzheim und sieben in Dettingen, verteilt sind.

Der Vortrag begann anhand einer Präsentation mit einer Einleitung über die Vor- und Frühgeschichte, die den zeitlichen Rahmen der Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit, Römerzeit und das frühe Mittelalter umspannt. Zu jedem Zeitraum gibt es Ausstellungsstücke zu sehen (ca. 260 Stück), die aus den Bodendenkmälern oder nicht amtlichen Fundsituationen stammen. Diese Fundgegenstände sollen mit Hilfe der amtlichen Denkmalakten, Sekundärliteratur und Onlinerecherche genau beschrieben, zeitlich zugeordnet und inventarisiert werden. Dazu wurde das Denkmalamt im Juni 2025 besucht, Sekundärliteratur gekauft und gesichtet, sowie online nach Fundbeschreibungen recherchiert. Als Zwischenergebnis wurde eine Literaturliste, tabellarische Inventarliste, ein Zeitstrahl mit den zugehörigen Bodendenkmälern, eine Ortskarte in dem ebenfalls die Bodendenkmäler markiert sind und Präsentationen zu den einzelnen Bodendenkmälern erstellt.

Diese Präsentationen wurden ebenfalls an diesem Abend gezeigt und umfassend erläutert. Während des Vortrages kamen wertvolle Hinweise von den anwesenden Mitgliedern, insbesondere von Joachim Lorenz als Zeitzeuge, der bei diversen Ausgrabungen selbst dabei war, und von Dr. Robert Fecher als promovierter Archäologe, der sich schon sehr intensiv mit der aktuellen Situation auf dem Gemarkungsgebiet Karlstein und Kleinostheim, was die Vor- und Frühgeschichte anbelangt, befasst hat.

Es sind noch einige Fragen offen und zu klären, eventuell bleiben sie auch ungeklärt, da insbesondere die grundlegende Denkmalarbeit in Bayern erst mit dem Bayerischen Denkmalschutzgesetz aus dem Jahre 1973 begann. Einige Fundsituationen auf dem Gemeindegebiet und Umgebung fanden jedoch schon viel früher statt, so sind einige Dokumentationen nicht mehr greifbar bzw. durch Kriegseinwirkung zerstört was auch für Fundstücke der Fall ist.  

Für die Öffentlichkeit wird der Vortrag am Ostermontag den 06.04.2026 im Karlsteiner Museumsausstellungsraum wiederholt. Dort können auch die bisher entstandenen Dokumentationen, die Sekundärliteratur und die Fundstücke betrachtet und gelesen werden. Der Vortrag beginnt um 15 Uhr und dauert ca. 20-30 Minuten. Im Anschluss dazu können Fragen und Anmerkungen zu dem Thema gestellt werden. Parallel dazu ist das Karlsteiner Heimatmuseum ebenfalls an diesem Tag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. (Schulstraße 2, 63791 Karlstein am Main) Zwei wichtige Sekundärliteraturen können an diesem Tag ebenso neu bzw. gebraucht käuflich erworben werden. Von Peter Endrich, Vor- und Frühgeschichte des bayerischen Untermaingebietes von 1961 und Markus Maquart, Beiträge zur Vorgeschichte des Aschaffenburger Landes im Spiegel der Sammlungen des Aschaffenburger Stiftsmuseums von 2017.

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