Öffentl. Führung – Schlacht bei Dettingen
Am Samstag den 21.03.2026 fand eine öffentliche Führung um 13 Uhr zur der Schlacht bei Dettingen im Lindigwald statt. Dr. Robert Fecher, 1. Vorsitzender des Geschichtsvereins Kleinostheim, führte die Gruppe von 62 Personen auf einen ca. 2,5 km langen Rundkurs an Originalschauplätze der Schlacht bei Dettingen, die am 27. Juni 1743 zwischen England, Kurhannover, Österreich einerseits und Frankreich andererseits infolge des österreichischen Erbfolgekrieges stattfand. Startpunkt war das Wanderheim von Dettingen am Holzweg.
Zu Beginn der Führung gab, wie bei den beiden voran gegangen Führungen, Dr. Robert Fecher ein paar einführende Worte über die Hintergründe der Schlacht bei Dettingen und die geschichtlichen Zusammenhänge.
Im Anschluss machte sich die Gruppe auf den Rundweg. An acht Stationen erklärte Robert Fecher an Hand großformatiger Informationstafeln den Ablauf der Schlacht. Insbesondere an der vierten Station, einer Schlachtfeldline der Engländer ging er auf deren besonderen Bedeutung ein. An dieser Linie soll das Pferd von dem englischen König Georg dem II. durch entstehende Panik unter den englischen Soldaten gescheut haben, so dass dieser vom Pferd fiel. Den Rest der Schlacht setzte der englische König als leuchtendes Vorbild zu Fuß fort und beruhigte die Soldatengruppe durch einen ermunterten Schlachtruf. Untermauert werden diese Erkenntnisse durch schriftliche Zeitzeugendokumente. Insbesondere durch Briefe von Soldaten die in jener Zeit geschrieben wurden. Dies beweist die auf einigen zeitgenössischen dargestellte Szene vom Englischen König, das diese auf der Wahrheit beruft.
Die Besuchergruppe bildete diese Schlachtlinie nach, bei der nach neuen Erkenntnissen jeder Soldat nur 61cm Platz hatte (in Linienrichtung gesehen). Danach bewegte sich die Gruppe wie damals die englischen Soldaten in Richtung der feindlichen französischen Armee.
Die neuen Erkenntnisse basieren insbesondere auf der Auswertung von unzähligen Sondengängen mit dem Metalldetektor, bei der eine Vielzahl von nicht verschossener, verlorener Munition und anderen Metallgegenständen, die zu Uniformen und Gewehren gehörten, an bestimmten Positionen gehäuft gefunden wurden. Daraus lassen sich der Ablauf der Schlacht und die einzelnen Stellungen der Kriegsparteien nachvollziehen. Ca. 1500 h Arbeit stecken bisher in der Neuerforschung der Schlacht bei Dettingen.
Nach etwa 2 Stunden endete die kurzweilige Führung wieder an einer Grabstelle eines, wahrscheinlich französischen Soldaten, die Dr. Robert Fecher mit dem Metalldetektor durch die noch im Kopf steckende metallene Kartätschen-Kugel gefunden hatte. Mit Hilfe der vorhandenen Kriegsstammrollen lässt sich die Identität des Toten Soldaten auf vier französischen Soldaten eingrenzen. Einer von den vier ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der tote Soldat vom dem sich noch die untere Hälfte in der Erde befindet.
Zum Abschluss der interessanten Wanderung hielt Dr. Robert Fecher ein Resume über die Schlacht bei Dettingen, die die europäische Geschichte entscheidend beeinflusst hatte. Was wäre gewesen, wenn der teilnehmende englische König Georg II und sein Sohn gefallen wären? Was wäre gewesen, wenn die Franzosen gewonnen hätten? Die Geschichte in Europa wäre anders verlaufen.
Für den geschichtlich Interessiernden gibt es am 07.06.2026 einen ca. 30 minutigen Vortrag von Dr. Robert Fecher zur Schlacht bei Dettingen im Karlsteiner Heimatmuseum um 15 Uhr im Ausstellungsraum. Gezeigt werden auch Dokumentationen zu den neuen Erkenntnissen der Schlacht bei Dettingen.
Im Zuge der Burgentagung 2025, die in Karlstein stattfand, gibt der Geschichtsverein auch ein Tagungsband mit Aufsätzen der einzelnen Redner heraus. Ein längerer Beitrag wird von Dr. Robert Fecher über die Schlacht bei Dettingen handeln. Interessierte an dem Tagungsband können sich an den Geschichtsverein Karlstein mit dem 1. Vorsitzenden Joachim Lorenz wenden. Das Tagungsband wird im Zuge der diesjährigen Burgentagung in Krombach am 10. Oktober vorgestellt.

