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Diamantenschleifer in Hainstadt

Trotz des neuerlichen Schnees fuhren die unerschrockenen Mitglieder des Geschichtsvereins Karlstein nach Hainstadt. Hier besichtigten wir die Ausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins Hainburg in den ehemaligen Räumen der Feuerwehr unter der Führung vom Vorsitzenden Stefan Becker. Wir erfuhren, dass, das Hainburg ein Industriestandort war: Ziegel, Leder, Diamanten und Schmuck (Trauring-Kaiser). Tatsächlich befindet sich hier noch die einzige Ziegelei in Hessen! Wir erfuhren, dass man einst 15 Ziegeleien im Betrieb hatte, eine davon gehörte dem Bauunternehmen Philipp Holzmann & Cie. G. m. b. H. aus Neu-Isenburg. Man stellte gelbliche Ziegel her – und damit könnte das Rätsel gelöst sein, warum der Bahnhof in Heigenbrücken aus gelblichen Ziegeln gebaut wurde! Alle anderen Bahnhofsbauten an der Strecke Hanau – Lohr wurden aus Sandstein des Buntsandsteins errichtet.

Eine umfangreiche Sammlung von Maschinen zur Lederbearbeitung erinnert an die „Babscher“, also Täschner und Portefeller (Feintäschner), deren Kleinbetriebe einst in Hainstadt (und Umgebung) für ein Einkommen sorgten.

Die größte Besonderheit des in Teilen ungeheizten Depots sind die noch funktionsfähigen Maschinen zur Bearbeitung von Diamanten. Wir erfuhren, dass es einst zahlreiche Betriebe mit bis zu mehr als 100 Beschäftigten gab, die besonders für Hanauer Firmen der Schmuckbranche Diamanten schliffen. Vorgeführt wurde das Sägen, Spalten, Rundieren (Reiben) und das Schleifen von Diamanten. Die „Abfälle“ wurden gesammelt und in einem Stahlmörser zur Diamantpulver zerstoßen und anschließend als Schleifmittel mit Olivenöl verwandt. Einfach faszinierend.

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